Christian Lechner

… trotzdem Ja zum Leben sagen!

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Wie bereits dieser Artikel berichtet, habe ich mir das Buch “… trotzdem Ja zum Leben sagen!” von Viktor Frankl gekauft – nun endlich fertiggelesen, werde ich nun kurz über den Inhalt schreiben.

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Das Buch trägt (früher Originaltitel) den Zunamen “Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager” und genau das beschreibt das Buch hervorragend. Es handelt sich also nicht um einen objektiven Tagebuchbericht über das Leben im KZ, sondern um eine subjektive Sicht eines Häftlings, der versucht die Verhaltensweisen der Häftlinge psychologisch zu analysieren.

Frankl versucht dabei möglichst eigene Erlebnisse außen vor zu lassen, doch diese kurzen Passagen seiner eigenen Erlebnisse machen das Buch erst so richtig interessant.
Er hantiert nicht mit Begriffen wie “Opfer” und “Täter”, was meiner Meinung nach eine große Leistung darstellt, vor allem wenn man bedenkt welche Unmenschlichkeiten er ertragen musste, ist er dennoch in der Lage so Vorwurfslos darüber zu schreiben.

Nun stehe ich vor einem Problem, dass alles in dem Buch erwähnenswert wäre, vor allem die persönlichen Erlebnisse Frankls, werde mich aber mit einem Überblick zufrieden geben und hoffe, dass der eine oder andere Lust auf das Buch bekommt.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt die dann nochmals in kleinere Untergruppen unterteilt sind (teilw. nur 2-3 Seiten): Einlieferung ins Lager, Lageraufenthalt, Freilassung

Einlieferung ins Lager: Auschwitz
Er beschreibt sachlich und mit Feingefühl die Ankunft am Bahnhof Auschwitz, die erste Selektierung (Gas oder Arbeit), danach die Desinfizierung in den Duschen, wo die Männer ihr Glück kaum fassen konnten, als tatsächlich Wasser aus den Düsen kommt, bis hin zum Galgenhumor, sowie die Neugier der Neuankömmlinge über das was sie noch erwartet.

Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzten Atemzug nicht nehmen kann, läßt ihn auch noch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten.

Lageraufenthalt:
Sehr schnell wird man abgestumpft, der Tod von Mithäftlingen löst fast keinerlei Gefühlsreaktion mehr aus, aber um soetwas zu überleben und mit ansehen zu können, wie Kameraden sterben oder sich das Leben nehmen, muss man das Empfinden einfach in den Hintergrund drängen.

Frankl beschreibt weiter eine Art von primitiver Emotionalität, wo vor allem Träume über Essen und Zigaretten eine Rolle spielten, Hunger und Essen waren das Hauptgesprächsthema.  Allgemein zu beobachten war die Flucht nach innen und damit auch in die Transzendenz, die Meditation und  die Selbstgespräche.

Sehr interessant fand’ ich, dass auch Kabarettveranstaltungen ihren Platz fanden, wo SS-Leute zusahen und auch der Humor war nicht vollkommen verschwunden, zur Selbsterhaltung der Seele.

Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, dann muß auch Leiden einen Sinn haben.

Freilassung (Kriegsende): bereits das 4. KZ Frankls
Nach der seelischen Hochspannung, folgt auf einmal totale innere Ruhe, alles wirkt unreal, wie ein Traum – man konnte sich über die jahrelang ersehnte Freiheit nicht mehr freuen, nur eine der seelischen Spätfolgen der Lagerinsassen.

Wirklich ein geniales Buch!
Auf die persönlichen Erlebnisse Frankls wurde jetzt nicht eingegangen, diese würden den Rahmen sprengen und ich möchte ja auch nicht alles vorweg nehmen.

Um noch einmal kurz zusammen zufassen: Die Menschen brauchen nur einen Grund warum sie weiterleben sollen, vor allem wenn Frauen und Kinder die zu Hause warten, waren oft ein riesiger Anreiz nicht aufzugeben, umso katastrophaler war dann die Enttäuschung nach Kriegsende, als man erfuhr, dass Frau und Kinder schon längst ins Gas gegangen sind.

Im Anhang befindet sich noch das Drama “Synchronisation im Birkenwald”, aufgeführt von KZ-Häftlingen in Auschwitz. (Ausgabe von 1982).

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